Videoportale

Die Beliebtheit von Videoportalen wie Youtube, MyVideo, Clipfish oder Sevenload hat in den letzen Jahren extrem zugenommen. Auf Videoportalen kann praktisch jedermann seine selbstproduzierten Filme hochladen und diese so mit Freunden in der ganzen Welt teilen.

Die Popularität ist sicher auch deshalb entstanden, weil die benötigte Technik immer preisgünstiger und einfacher in der Bedienung wird. Die Preise von Camcordern sind in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken. Digitalkameras und Mobiltelefone verfügen heute zunehmend über die Option, auch Videos aufnehmen zu können. Mittlerweile gibt es sogar Handys, die im HD-Format aufnehmen können und dann über UMTS die Videos direkt auf ein Videoportal übertragen können.

 

Videoportale bewegen Massen. Und überall wo Massen bewegt und begeistert werden, entsteht ein kommerzielles Interesse. So ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen auf diesen Portalen Videofilme einstellen, um auf Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Sehr häufig leben diese Videos von der kreativen Idee. Denn mal ehrlich, wer würde sich freiwillig auf Videoportalen einen Werbefilm ansehen? Erfolgreiche Videos auf derartigen Portalen sind häufig nicht die konventionellen, teuer erstellten Werbefilme, sondern eher witzige, erstaunliche oder sensationelle Kurzfime. Und da unkonventionell erstellte Kurzfilme deutlich schneller und günstiger zu produzieren sind, als konventionelle Werbefilme, möchte ich diese Möglichkeit im Sinne von Quick-Wins hier ansprechen. Zwei Beispiele sollen die Aussagen verdeutlichen:


Ein kleiner lokaler Anbieter von Sprachkursen, die Firma Soesman Language Training aus den Niederlanden, erzielte mit seinem Video
http://www.youtube.com/watch?v=cUEkOVdUjHc einen beachtlichen Erfolg. Das Video wurde von Mai 2006 bis Januar 2010 fast 6 Mio. Mal angeklickt. Allerdings fällt dieses Video in die Kategorie "Banned Commercials". Man sieht dem Video an, dass es im Geiste eines Quick-Wins produziert wurde. Dennoch: 6 Millionen Aufrufe sind ein Ergebnis, von dem viele Macher teuer produzierter Videos träumen.

 

Die Krönung aus der Kategorie "Banned Commercials" ist für mich das Video eines Belgischen Kondome-Herstellers. Von September 2006 bis Januar 2010 wurde es weit über 18 Mio. Mal angesehn:

 

http://www.youtube.com/watch?v=nojWJ6-XmeQ

 

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal an meine Ausführungen im Kapitel „Suchmaschinenoptimierung im Wandel“ erinnern. Ein häufig gesehenes und mit relevanten Schlagworten versehenes Video hat nämlich potentiell auch die Chance, es auf die erste Such-Ergebnisseite bei Google zu schaffen.

 

Doch mit der Hinterlegung eines Videos sind die Möglichkeiten von Videoportalen noch nicht erschöpft. Auf den meisten Videoportalen kann man sogenannte Kanäle definieren. Diese können von Besuchern abonniert werden. Kanäle sind kleine Sub-Webseiten, die nur Videos eines Anbieters enthalten. Die Kanäle können visuell angepasst werden und dürfen meistens Links zur eigenen Website oder einer ganz bestimmten Website enthalten. Derartige Kanäle sind mit einem Aufwand von wenigen Stunden zu erstellen. Insofern ist ein solcher Kanal auch ein Online-Marketing Instrument im Sinne eines Quick-Wins. Einige Beispiele verdeutlichen das Prinzip.

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