Mobiles Suchmaschinenmarketing (Gastbeitrag von C. Arno)

Mobiles Suchmaschinenmarketing – muss das sein?

Muss das sein? Muss ich wirklich mit meinem kommerziellen Onlineangebot im mobilen Internet präsent sein? Als Onlinehändler oder Anbieter von Dienstleistungen im Internet sollte man sich diese Frage durchaus kritisch stellen. Auch wenn Marketingexperten bisweilen tönen, nichts ginge mehr ohne dies und das und vor allem ohne Mobile-Marketing, vieles geht dann doch. Und sogar recht gut! Präsenz im mobilen Internet ist deshalb kein MUSS, aber durchaus ein interessantes KANN. Wer sich für das „KANN“ entscheidet, für den rückt sehr schnell das Thema mobiles Suchmaschinenmarketing in den Vordergrund.

Was spricht für die Präsenz im mobilen Internet?

Es gibt viele Zahlen als Beleg für die steigende Bedeutung des mobilen Internets in Deutschland. Sie sind noch immer kein Beweis dafür, dass eine Präsenz im mobilen Internet für Händler und Dienstleister ein MUSS ist. Aber sie zeigen auf, wie interessant dieses mobile Internet inzwischen auch aus kommerzieller Sicht geworden ist. Schauen wir uns einige der Zahlen einmal an:

Nutzung mobilen Internets

26,5 Prozent aller Deutschen sind mittlerweile (auch) mobil im Internet unterwegs; nimmt man nur die Internetnutzer in Deutschland, so steigt der Anteil der mobilen Nutzer auf 34,8 Prozent. 23,8 Prozent aller Deutschen besitzen ein Smartphone und immerhin fünf Prozent einen Tablet-PC. Das geht aus der Sonderstudie „Mobile Internetnutzung – Entwicklungsschub für die digitale Gesellschaft“ im Rahmen des (N)Onliner Atlas 2012 hervor.

Handel im mobilen Internet

Zahlen zum Onlinehandel im mobilen Internet gibt etwa die im Sommer 2012 veröffentlichte Studie „Mobile Commerce in Deutschland – Die Rolle des Smartphones im Kaufprozess“. Sie stammt von der Forschungs- und Beratungsinitiative Electronic-Commerce-Center Handel (ECC Handel) sowie von den Unternehmen Paypal und Shopgate. Einige Ergebnisse der Studie:

  • 80 Prozent der Smartphone und Tablet-PC-Nutzer informieren sich über Produkte im mobilen Internet.
  • 60,5 Prozent aller Smartphone-Besitzer recherchieren mehrmals im Monat Informationen über lokale Händler.
  • Laut Studie kaufen 34 Prozent der Smartphone-Nutzer mindestens mehrmals im Monat (12 Prozent mehrmals pro Woche) materielle Güte übers mobile Internet ein. Bei der insgesamt weitaus kleineren Gruppe der Tablet-Nutzer waren es gar 48,4 Prozent.

Tipps für mobiles Suchmaschinenmarketing

Was genau als mobiles Suchmaschinenmarketing verstanden wird, unterscheidet sich von Definition zu Definition. Im engeren Sinne werden alle werbenden Möglichkeiten dazugezählt, die Suchmaschinen-Betreiber ihren Werbekunden im mobilen Internet geben. Im weiteren Sinne zählt auch SEO, also die Suchmaschinenoptimierung für mobile Websites, zum mobilen Suchmaschinenmarketing. Diese weitere Definition wollen wir hier für die folgenden Tipps übernehmen.

Seiten fit machen fürs mobile Internet

Kleine Displays und oftmals noch immer geringere Geschwindigkeiten beim Datentransfer im mobilen Internet definieren spezielle Anforderungen an Websites. Ihnen kann man auf verschiedene Weise begegnen, etwa mit

  • Responsive Webdesign, das sich automatisch der Größe des Displays anpasst, auf dem die Website angezeigt wird. Steuert ein Nutzer die Internetadresse einer Seite an, „erkennt“ die Seite das Gerät, mit dem er online ist. Abhängig vom Gerät verändert sich die angezeigte Website.
  • unterschiedlichen Ausgaben einer Website unter einer Domain. Wie zuvor gilt: Steuert ein Nutzer die Internetadresse einer Seite an, „erkennt“ die Seite das Gerät. Abhängig vom Gerät wird er hier jedoch auf eine jeweils passende Version der Seite geleitet.
  • Subdomains, die für mobiles Internet optimiert wurden.

Google gibt auf seiner Website für Entwickler Tipps, wie man für Smartphones optimierte Websites baut (https://developers.google.com/webmasters/smartphone-sites/) und empfiehlt dabei das Responsive Webdesign.

Ladezeiten und Geschwindigkeiten

Mobiles Internet ist trotz neuester Entwicklungen oftmals noch langsamer als die stationäre Variante. Webmaster sollten daher dringend die Ladezeit ihrer mobilen Websites prüfen. Ist sie zu lang, werden viele potenzielle Besucher abspringen, ohne die jeweilige Seite überhaupt zu Gesicht zu bekommen.

Die Bandbreite mobilen Suchmaschinenmarketings

Eine Suchmaschine wie Google bietet mehr Werbevarianten als nur Google Adwords Textwerbung. Möglich sind unter anderem spezielle auf mobiles Internet optimierte Anzeigen auf Google Maps für lokale Händler oder spezielle Werbeanzeigen auf mobilen Websites in Googles Werbenetzwerk.

Beim Einsatz von Google Adwords werden wie bei SEO vordere Plätze in der Suchmaschine im mobilen Internet noch wichtiger. Aufgrund der zumeist kleineren Displays eingesetzter Geräte, mit denen Nutzer mobil ins Internet gehen, verschwinden Links auf hinteren Plätzen der Liste mit organischen Suchergebnissen oder Google-Textanzeigen schneller als bei PC-Nutzern in einen Bereich, der nur durch Scrollen sichtbar wird.

Kosten-Nutzen-Analysen

Letztlich kommen auch beim mobilen Suchmaschinenmarketing die altbekannten Kennzahlen zum Einsatz, die bei der Erfolgsmessung von Kampagnen eine Rolle spielen. Zu ihnen zählen Klick- und Conversion-Raten, Werbekosten und -erfolge. Das Unternehmen Marin Software hat in einem Whitepaper einmal Ergebnisse einer aktuellen Studie zu Kennzahlen beim mobilen Suchmaschinen Marketing in Europa zusammengetragen:

  • Im Dezember 2011 wurden in der Eurozone 5,8 Prozent aller bezahlten Klicks über mobiles Internet generiert.
  • Die Click-through-Rate erreichte 2011 in der Eurozone bei auf Smartphones angezeigter Suchmaschinenwerbung 2,42 Prozent und bei Tablets 3,01 Prozent.
  • Die durchschnittlichen Kosten pro Klick lagen beim mobilen Suchmaschinenmarketing für Smartphone-Nutzer bei 20 und für Tablet-Nutzer bei 27 Cent.

Insgesamt hatte Suchmaschinenmarketing für Smartphone-Nutzer eine deutlich niedrigere Conversion-Rate als bei PC-Nutzern. Wie die oben aufgeführten Zahlen zeigen, sind allerdings auch die Kosten pro Klick geringer. Hier wird man sorgfältig im Einzelfall also sorgfältig analysieren müssen, welche Strategie für mobiles Suchmaschinenmarketing man am ehesten einsetzt. Pauschal lässt sich wohl nur sagen: Ja. Die beste Strategie ist auch beim mobilen Suchmaschinenmarketing eine individuelle. Und nein. Mobiles Suchmaschinenmarketing ist noch immer kein MUSS. Aber als „KANN“ durchaus attraktiv.

Über den Autor: Christian Arno ist der Gründer von Lingo24, einem Übersetzungsunternehmen, das professionelle Übersetzungen anbietet. Folge Christian auf Twitter unter @l24de.