EDEKA hat sich wohl langsam eingeschossen

Schon 2017 bin ich in einem Blogbeitrag auf das Thema »Emotional Storytelling« eingegangen. Damals anhand einiger Beispiele. Edeka und Heimkommen war eines davon (https://www.lammenett.de/onlinemarketing/emotional-storytelling-als-erfolgsfaktor.html). Mittlerweile kann man sagen, dass EDEKA und etliche weitere Player wohl Geschmack am Emotional Storytelling gefunden haben :).

EDEKA hat zum Muttertag ein Video veröffentlicht, welches teilweise heftige Diskussionen ausgelöst hat. Beim Deutschen Werberat ging eine Flut an Beschwerden ein. Etlichen Marktteilnehmern war das Video wohl nicht nah genug am modernen Bild von Vätern und Müttern der heutigen Zeit. Ich fand beide ja voll ok. Aber ich bin ja auch nicht modern. Hier das Muttertags-Video:

Die Branche hat georakelt, ob EDEKA wie geplant auch zum Vatertag einen Online-Spot veröffentlicht. Und siehe da… der Vatertags-Spot kam:

Beide Videos sind nicht nur emotional, sondern in den Augen etlicher Marktteilnehmer auch grenzwertig. In beiden Videos stellt EDEKA in überspitzter Form und mit einem ironischen Augenzwinkern, das alltägliche Familienleben dar – so jedenfalls die Aussage Verantwortlichen bei EDEKA. Um zu zeigen, dass die Aussagen im Film nicht dem realen, modernen Bild von Vätern und Müttern entsprechen, hat EDEKA bewusst einen Schwarz-Weiß-Filter gewählt, heißt es weiter.

Chapeau! EDEKA schlägt mit dieser Vorgehensweise drei Fliegen mit einer Klappt:

a. die Kampagne ist emotional im Sinne von Emotional Storytelling

b. die Kampagne ist provokant und »aufregend«, was sicher die Zuseher-Quote und die Reichweite nochmal erhöht

c. EDEKA liefert gleich eine »weichgespülte« Alibi-Erklärung mit, um die ganz argen und bösen Kritiker zu besänftigen

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