Google Falle – der Schwindel mit den Klicks

Hier mal zwei kleine Kapitel aus meinem neuen Buch. In recht sachlicher Mannier beschreibe ich hier zwei Problemstellungen bezogen auf das Keyword-Advertising insbs. bei Google. Ca. drei Wochen nach der Veröffentlichung meiners Buches verschwand die Website meiner Agentur aus ALLEN guten Paltzierungen bei Google. Ob das wohl Zufall war? Eine Stellungnahme habe ich von Google trotz Anfrage nicht erhalten.

Der Schwindel mit den Klicks
Bereits im Jahre 2004 hat die renommierte Computerzeitschrift c´t auf die Ma-nipulationsmöglichkeiten von Keyword-Advertising-Kampagnen durch Konkur-renten hingewiesen. Im Artikel heißt es: „Für AdWords gilt Ähnliches wie für die regulären Treffer bei Google: Je höher die Position in der Anzeigenspalte, desto größer auch der Werbeeffekt. Die beiden erstplatzierten Anzeigen rut-schen außerdem unter Umständen auf die heiß begehrten, farblich hervorgeho-benen Plätze über die regulären Google-Treffer. Um viele AdWords herrscht daher ein reger Wettbewerb. Zum Begriff „AdWords“ selbst beispielsweise finden sich Dutzende Anzeigen. Die Top-Positionen einzelner AdWords-Anzeigen kosten einen zweistelligen Eurobetrag – pro Klick. Es verwundert daher nicht, dass einige Werbetreibende versuchen, mit unsauberen Tricks ihre Anzeigen nach vorne zu mogeln. Beim so genanntem Click Fraud oder Click Spamming machen die Trickser nichts anderes, als auf die Anzeigen ihrer Konkurrenten zu klicken. Das kostet diese Geld, denn sie zahlen ja pro Klick. Ist das Tagesbudget ausgeschöpft, zeigt Google die Anzeige nicht weiter an – der Mogler hat seine Anzeige für einen Tag um einen Platz nach oben geschummelt. Längst kursieren Skripte, die die Klickerei automatisieren. Wird eine Anzeige, die fünf Euro pro Klick kostet, nur zehnmal pro Tag anklickt, entsteht ein Schaden von 1500 Euro im Monat.“
Derartiger Missbrauch betrifft aber nicht nur Google, sonder kann grundsätzlich alle Werbeformen betreffen, bei denen die Vergütung auf Pay per Click basiert. Das bedauerliche an diesem Sachverhalt ist, dass es kaum eine wirksame Maß-nahem gibt, solche unlauteren Machenschaften zu unterbinden. Insbesondere dann nicht, wenn sich der böswillige Mitbewerber ständig über eine neue Lei-tung einwählt oder aus dem Ausland attackiert.
Zwar versprechen die Anbieter von Keyword-Advertising jeden Klick zu unter-suchen und automatisch von Skripten generierte Klicks herauszufiltern. Bei-spielsweise schreibt Google hierzu auf seiner Website : „Erweiterte Kontroll-techniken: Google verwendet zahlreiche einzigartige und innovative Techniken in Bezug auf unzulässige Klickaktivitäten. Details zu dieser Software können wir nicht offen legen. Wir arbeiten jedoch fortwährend daran, unsere Technologie zu erweitern und zu optimieren.“ Doch Details zu diesen Techniken werden nicht veröffentlicht und Werbende haben keinerlei Möglichkeit, in den direkten Ge-nuss dieser „zahlreichen innovativen Techniken“ zu kommen um selbst zu über-prüfen, ob ihre Kampagne störungsfrei läuft.
Was bleibt ist die Überprüfung in Eigenregie. Entweder manuell oder durch den Einsatz eines Controllingwerkzeuges.
Tipp
Prüfen Sie täglich Ihre Kampagne um ungewöhnliche Veränderungen bei den Klickraten zu entdecken.
Prüfen Sie auch wochenweise und monatsweise, damit Sie auch schleichen-de Veränderungsprozesse entdecken.
Überwachen Sie vor allem die „Conversion-Rate“. Wenn die Klicks durch Missbrauch überproportional steigen, wird die CR sinken.
Oder setzen Sie ein professionelles Tool ein, welches Ihnen Auswertungen über die Klickfrequenz, Klickzeitraum, Häufigkeit nach bestimmten Perioden usw. gibt. Siehe z.B. folgende Grafik.

Achtung Falle
Prinzipiell kann sich jeder bei Google anmelden und Keyword Anzeigen schal-ten. Viele Unternehmen und Organisationen ja sogar einzelne Webmaster tun dies auch. Google ermutigt Unternehmen und andere Organisationen sogar, das Buchen von Keyword Anzeigen in Eigenregie durchzuführen und fördert hierzu auch Veranstaltungen über Multiplikatoren wie Marketingclubs oder IHKs. Mit gutem Grund. Denn obwohl Keyword-Advertising vordergründig trivial er-scheint, ist es bei genauerem Hinsehen durchaus komplex. Daher besteht durch-aus die Gefahr, durch ein sub-optimales Setup insgesamt mehr für Keyword-Advertising auszugeben, als dies bei professioneller Ausgestaltung der Kam-pagne notwendig wäre oder die Preise unnötig in die Höhe zu treiben. Der ein-zige der sich hierüber freut ist Google. Salopp ausgedrückt: Je mehr „Halbwis-sende“ Keyword Ads buchen, desto mehr verdient Google.
Tipp
Tappen Sie nicht in die Google-Falle. Wenn Sie größere Budgets in Keyword-Advertising investieren möchten, lohnt es sich auf jeden Fall eine professio-nelle Agentur einzuschalten.

4 Kommentare
  1. lolk
    lolk sagte:

    Ok, Einsatz von Drittsoftware in Ordnung. Aber wie stellt denn Google die Rechnung. Ich selber hatte noch nie Adwords gekauft. Ich dachte die müssen auf der Rechnung alles mögliche auflisten (IP’s von welchen geklickt wurde, zu welchem Datum/Uhrzeit, Anzahl,..)ansonsten können die ja einem alles mögliche in Rechnung stellen, oder sagen dass bereits die gebuchten Klicks getätigt wurden obwohl das gar nicht der Fall ist.

    Heißt das etwa: google gibt die Statistiken nicht raus? Ich meine die Statistiken in welchen zu lesen ist wie oft ein User in einer bestimmten Zeit ein Link klickt oder wie oft ein bestimmtes wort am Tag in einem bestimmten Land gesucht wird usw.. Dann ist ja die Situation ziemlich verbittert. Das einzige was machen könnte, dass man auf einer Seite alle Adword-Bezieher ihren Zeitraum eintragen lässt in welchem eine gebuchte Anzahl von Klicks laut Google verbucht wurde (dazu gehört natürlich das Wort, Land,..). Dann könnte man doch relativ bald auf Unstimmigkeiten schließen (Denn es fällt doch auf wenn zehn Leute die Adword für Skateboard Beziehen für 2000 Klicks 2 Tage angezeigt werden und einer diese 2000 Klicks bereits nach 12h verbaucht hat). Ok, das setzt aber auf Mitarbeit aller Adword-Bezieher und google wird sich sicherlich wehren diese Seite anzuzeigen. Aber die blogs würden sich sicherlich als hilfreich erweisen. Wozu gibt es denn sonst das web2.0?

    etwas zu diesem blog: es wäre nicht schlecht wenn hier die Möglichkeit eröffnet würde automatisch per Mail benachrichtigt zu werden sobald auf sein Kommentar etwas geantwortet wurde (nichts für ungut)

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  2. Erwin Lammenett
    Erwin Lammenett sagte:

    Die Frage hier ist, wie häufig wird von einer identischen IP aus eine Anzeige geklickt. Wenn z.B. 10x innerhalb einer Stunde, dann kann man von Klickbetrug ausgehen, da ein normaler Mensch innerhalb einer Stunde nicht 10 mal die gleiche Anzeige anklicken würde. Diese Daten hat Google. Aber Google legt diese nicht offen. Vielmehr sagt Google, wir monitoren Klickbetrug und und und. Aber klar und Transparent ist das eben nicht. Daher kann der Einsatz von Drittsoftware sinnvoll sein.

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  3. lolk
    lolk sagte:

    Aber ich dachte es gäbe Statistiken die besagen wie viele clicks pro view erfolgen, wenn doch dann auf einmal durch eine Software bei jedem view (die Betonung liegt auf „jedem“) ein click macht, dann sollte das doch auffallen, dass hier etwas nicht stimmt. Jetzt könnte man auch meinen, dass diese software so intelligent gebaut ist, dass sie sich von verschiedenen IP-Adressen views geben lässt und dabei auch noch den Statistiken entpsrechend clicks setzt. Dann müsste aber doch auffallen, dass diese software andauern die Werbefläche anklickt. Wenn die software jedoch alle Werbeflächen gleichanteilig „anklickt“ dann werden die die Werbung gemietet haben doch bemerken, dass die klicks nicht mehr so viel Wert sind. Dann müsste doch der Preis pro klick gesenkt werden. Alles andere ist doch dann ziemlich offensichtlich.

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