Google-Futter „Rich Snippets“ für höhere Klickraten

Google offeriert seit 2009 die Möglichkeit, sogenannte Rich Snippets in den Quelltext einer Seite zu integrieren. Es gibt verschiedene Arten von Snippets – dazu später mehr. Die Snippets reichern den Informationsgehalt einer Seite an und ermöglichen es Google, zusätzliche Informationen auf der Search Engine Result Page (SERP) anzuzeigen. Eine Auswirkung können Snippets sowohl auf die bezahlten Einträge auf der SERP, als auch auf die unbezahlten haben.

Zwei Beispiele:
(Auszug aus der SERP beim Suchwort eBook Online-Marketing)
RichSnippet-Auszug aus der SERP beim Suchwort eBook Online-Marketing

Was soll das Ganze?
Die Zukunft im Suchmaschinenmarketing wird mehr und mehr in die Richtung gehen, dass nicht die Website die oben steht den Klick erhält, sondern die, die am meisten auffällt. Und Seiten die Snippets enthalten, fallen einfach auf. Das steigert die Klickrate und damit die wirtschaftliche Relevanz.

Je nachdem auf welcher Seite man bei Google unterwegs ist, werden zwischen 8 und 13 unterschiedliche Snippet Typen angesprochen. Auf dieser Seite http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=99170&topic=1088472&ctx=topic ist von 8 Snippet Typen (Beurteilungen, Personen, Produkte, Unternehmen und Organisationen, Rezepte, Ereignisse, Musik, und Videocontent) die Rede.

Auf dieser Seite http://support.google.com/webmasters/bin/topic.py?hl=de&topic=1088474&parent=21997&ctx=topic werden 13 Typen unterschieden.
Beim Rich Snippet Testing Tool sind 11 aufgeführt – http://www.google.com/webmasters/tools/richsnippets.

Der Grund für diese Differenz liegt darin begründet, dass manche Snippets in Deutschland noch nicht angezeigt werden. Auch sind Googles Webseiten auch nicht immer aktuell. So wird in Deutschland mittlerweile (Stand April 2012) das Autoren-Snippet offiziell eingesetzt. Auf der Supportwebsite http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=99170 ist davon aber noch nicht die Rede. Das Snippet für Bewertungen – sprich die beliebten gelben Sterne – wird derzeit offiziell nur in den bezahlten Einträgen angezeigt. Doch habe ich auch auf Google.de schon in den organischen Listings Bewertungen gesehen.

So wird’s gemacht (in der Theorie)

In der Theorie ist das mit der Snippet Optimierung ganz einfach. Man wählt ein Markup-Format aus. Es stehen drei zur Auswahl, empfohlen werden Mikrodaten. Dann werden die Inhalte mit dem Markup ausgezeichnet. Das geschieht durch Anreicherung des HTMLs der jeweiligen Seiten mit den Mikrodaten – dann muss man nur noch das Markup mit dem Rich Snippet Testing Tool von Google testen und schon ist der Drops gelutscht. So die Theorie. Genauer beschrieben ist das Procedere auf dieser Seite: http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=99170&topic=1088472&ctx=topic.

Leider sieht die Praxis ganz anders aus als die Theorie. Google gibt keine Garantie dafür, dass die Markups verwendet werden. Es ist relativ unklar, unter welchen Umständen die Markups verwendet werden und unter welchen nicht und im Bezug auf die zeitliche Komponente hält Google sich ausgesprochen bedeckt. Mit anderen Worten – man braucht viel Geduld oder Glück.

Zitat Google: Nachdem Sie Ihr Rich Snippets-Markup hinzugefügt und getestet haben, erkennt Google es beim nächsten Crawlen Ihrer Website. Einige Punkte, die zu beachten sind:

  • Es kann eine Weile dauern, bis Rich Snippets in Suchergebnissen oder auf Google Places-Seiten erscheinen.
  • Sie können uns auch über Ihren Inhalt informieren. Google kann zwar nicht auf einzelne Nachrichten antworten, Ihre Informationen verwenden wir jedoch eventuell zur Verbesserung unserer Erkennungsmechanismen und der Anzeige von Informationen in den Suchergebnissen.
  • Wenn keine Rich Snippets für Ihre Website angezeigt werden, überprüfen Sie die möglichen Gründe.
  • Das Markup Ihrer Daten für Rich Snippets hat keinen Einfluss auf das Ranking Ihrer Seite in den Suchergebnissen. Darüber hinaus gibt Google keine Garantie dafür, dass die Markups verwendet werden.

Kernproblem der Snippet Optimierung

Aus meiner Sicht ist das Kernproblem der Snippet-Optimierung nicht viel anders als das Kernproblem der klassischen Suchmaschinenoptimierung. Man weiß man muss etwas machen. Man weiß auch, dass man etliche Parameter beeinflussen muss. Man kennt aber nicht die genauen Zusammenhänge und im Bezug auf Ursache und Wirkung. Manches bei der Snippet Optimierung funktioniert gut und schnell – anderes langsam bis gar nicht. Warum weiß man eigentlich nie so genau. Hier liegt das Problem. Aber das ist ja nichts Neues für SEOs – oder?

Welche Snippets für wen?

Spannend ist noch die Frage, welches Snippet macht für wen Sinn. Grundsätzlich gilt natürlich die Devise: Alles was auffällt macht unter Gesichtspunkten der Klickratenoptimierung Sinn. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, jedes Snippet sinnvoll zu nutzen. Ich versuche einmal eine Differenzierung nach Angebotstypus bei gleichzeitiger Betrachtung der wichtigsten Snippet Arten. Die Snippet Typen Musik, Organisation und Software-Apps lasse ich einmal außen vor. Weitere Informationen zu Snippet Typen finden Sie hier: http://support.google.com/webmasters/bin/topic.py?hl=de&topic=1088474&parent=21997&ctx=topic.

Typen von Rich Snippets

Anmerkungen zu obiger Tabelle: Um die oben aufgezeichneten Snippet-Typen sinnvoll einsetzen zu können, muss man natürlich über entsprechende Inhalte verfügen. Es ist logisch, dass ein Shopbetreiber seine Produktdaten um Mikrodaten ergänzen kann (beispielsweise Lieferzeit oder Preis), und dass dann das Produkt-Snippet für ihn von Relevanz sein kann. Für die meisten Betreiber von Webseiten wird das Produkt-Snippet aber nicht relevant sein, einfach weil sie keine Produktdaten haben.

Wenn der Shop-Betreiber die Bewertung seines Shops durch Dritte unterstützt (z.B. über Trusted Shops oder eComi), dann ist natürlich auch das Bewertungen-Snippet für ihn relevant. Ermöglicht er seinen Besuchern, Erfahrungsberichte zu hinterlassen, so kann er auch durch das Snippet „Erfahrungsberichte“ im Sinne von Sichtbarkeit auf der SERP punkten. Mit Videos kann ein Shop-Betreiber nur dann punkten, wenn er in seinem Shop auch Videos anbietet. Allerdings gibt es mittlerweile auch Methoden, um mit Video-Snippets zu punkten, wenn die Videos nicht auf der eigenen Shop-Webseite gehostet werden. Snippets wie Rezepte, Musik, Ereignisse oder das Autoren-Snippet werden für Shop-Betreiber nur in Ausnahmefällen von Relevanz sein.

Diese Ausführungen machen deutlich, wie die Tabelle zu lesen und interpretieren ist. Das Video-Snippet ist vom Grundsatz her übrigens für jeden relevant, der Videos im nennenswerten Umfang auf seiner Webseite anbietet. Das Breadcrumbs Snippet ist ebenfalls für jeden Angebotstypus relevant, der über eine drei- bis vierstufige Hierarchieebene verfügt. Logisch – eine Website mit nur zwei Hierarchieebenen wird wohl kaum sinnvoll eine Breadcrumbs-Leiste zum Einsatz bringen können.

Verwundern mag vielleicht das Kreuz bei dem Rich-Snippet-Typ Bewertungen in der Zeile Blogbetreiber. Spontan denkt man bei Bewertungen immer an Produktbewertungen. Doch auch Blogbeiträge können bewertet werden. Mittlerweile gibt es für etliche bekannte Blogsysteme so genannte Bewertungs-Plug-Ins. Leser können einen Artikel durch einen einfachen Mausklick mit Bewertungs-Sternen versehen. Diese Bewertungen können genauso gut ausgegeben werden wie Bewertungen über Shops.

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