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Trusted Shops manipuliert Blogdiskussion

Vor einigen Jahren habe ich einen A/B Test mit einem Trusted Shops Siegel durchgeführt und veröffentlicht. Das Ergebnis sprach nicht für Gütesiegel. In der Folge entstand eine rege Diskussion. Der Beitrag erhielt bis Dato 61 Kommentare. Auch die Medien berichteten. Am 6. Januar 2017 erhielt ich erneut einen Kommentar im Blog als Antwort auf einen Kommentar von Rolf aus Dezember 2016. Dieser bestand einzig aus der Suggestivfrage: „Hat der Käufer nicht einen großen Vorteil bei Trusted Shops durch den Käuferschutz und eben die Prüfung das es ein „sicherer“ Shop ist?!!“ und stammte von jemandem, der sich Mark nannte und eine gmail.com-E-Mail nutzte. Die E-Mail kam von der IP 213.168.82.130. Diese IP ist der Firma Trusted Shops zuzuordnen. Trusted Shops versucht also, durch den Kommentar mit der Suggestivfrage den Verlauf der Blogdiskussion zu beeinflussen.

Ich forderte noch am selben Tag den Autor der eMail zu einer Stellungnahme auf. Eine Antwort erfolgte nicht. Hier meine eMail an den Autor:

Lieber Trusted Shops Mitarbeiter,

ich habe heute einen Kommentar zu meinem Blogbeitrag http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html von der eMail-Adresse anonymisiert@gmail.com erhalten. Dieser Beitrag stellt in gewisser Weise eine suggestive Manipulation der aktuellen Diskussion dar. Sie haben unter der Pseudo-EMail anonymisiert@gmail.com und nicht unter Ihrer Trustedshops-E-Mail versucht, die aktuelle Diskussion positiv zu beeinflussen.
Ich möchte Ihnen hiermit Gelegenheit geben, zu diesem Sachverhalt Stellung zu nehmen. Ich erwarte eine Antwort innerhalb von 3 Arbeitstagen. Besten Dank.
freundlich grüßt
Dr. Erwin Lammenett

E-Business Beratung

Auf rein sachlicher Ebene möchte ich dennoch zu der Frage „Hat der Käufer nicht einen großen Vorteil bei Trusted Shops durch den Käuferschutz und eben die Prüfung das es ein „sicherer“ Shop ist?!!“ Stellung nehmen. Diese Stellungnahme ist natürlich meine persönliche Meinung.

Käuferschutz: Ja, der Käufer hat einen Vorteil. Allerdings war beim A/B Test die Kernfrage, welcher Vorteil der Shopbetreiber durch den Einsatz eines Gütesiegels hat. Aus Sicht des Shopbetreibers soll das Instrument „Käuferschutz“ einen Beitrag zur Vertrauensbildung in den Shop und damit indirekt zur Umsatzsteigerung leisten. Eben diese Umsatzsteigerung blieb aber beim A/B Test aus. Wie die vielen Kommentare zu meinen Blogbeitrag zeigen, war der A/B Test kein Einzelfall. Gütesiegel bringen nicht zwangsläufig ein Umsatzplus. Weder mit Käuferschutz noch ohne.

Prüfung „sicherer“ Shop: Ja, die Prüfung des Shops auf Rechtssicherheit ist ein Vorteil für den Shopbetreiber. Rechtssicherheit ist in der heutigen Zeit immer ein Vorteil. Wenn es jedoch nur um die Rechtssicherheit geht, dann würde ich jedem Shopbetreiber den Vergleich mit Angeboten vom Händlerbund oder der Janolaw AG empfehlen.

Online-Shop-Guetesiegel-Kosten-Nutzen

Ab welchem Umsatz rechnet sich ein Online-Shop Gütesiegel

Abstract: Wann rechnet sich ein Gütesiegel? Lohnt sich die Investition? Um dies Fragen beantworten zu können habe ich ein Modell in Form einer What-If-Analyse erstellt. Das Modell habe ich in einer Exceltabelle abgebildet in die man alle relevanten Zahlen eingegeben kann. Mit Zahlen, die nicht bekannt sind kann man „spielen“. Auf diese Weise kann in einer Art „What-If-Analyse“ ermittelt werden, unter welchen Bedingungen/Annahmen die Investition in ein Gütesiegel wirtschaftlich sinnvoll ist. Das Modell biete ich hier gerne zum kostenlosen Download an. Oder sagen wir einmal fast kostenlos – denn ein Facebook-Share oder ein Tweet sollte schon drin sein :).

Die komplette Story

Gütesiegel für Online-Shops bieten diverse Vorteile für den Shopbetreiber. Beispiele für Vorteile sind:

  • die intensive Prüfung eines Shops durch den Anbieter des Gütesiegels führt zu mehr Rechtssicherheit
  • in vielen Fällen führt das Bewertungssystem der Anbieter über die Rich-Snippets zu einer höheren Sichtbarkeit auf der Ergebnisseite von Suchmaschinen
  • Dienstleistungen wie Streitschlichtung oder Käuferschutz reduzieren die Kaufhürde.

Das Verkaufsargument Nr. 1 der Gütesiegelanbieter ist jedoch nicht selten die Steigerung des Umsatzes durch mehr Vertrauen. Der TÜV Süd wirbt bei der Auflistung der Vorteile an dritter Stelle mit dem Argument „Umsatzsteigerung durch die Reduzierung von Bestell-Abbrüchen“ und Trusted Shops wirbt sogar auf der Homepage an erster Stelle mit dem Argument „Gütesiegel – mehr Vertrauen, mehr Umsatz“. Grundsätzlich ist die Logik dieser Argumentation nachvollziehbar. Das Gütesiegel stellt die Prüfung des Online-Shops durch eine unabhängige Instanz dar. Shops die das Siegel haben sind demnach vertrauenswürdiger – so die Theorie. Vertrauenswürdige Shops machen mehr Umsatz. Diese Argumentation der Gütesiegelanbieter wirft zwei Fragen auf:

1. Stimmt das? Machen Shops mit Siegel mehr Umsatz?

2. Rechnet sich das Siegel bzw. ab welchem Umsatzzuwachs rechnet sich das Siegel? Denn das Siegel verursacht natürlich Kosten. Um die erste Frage zu beantworten, muss man im Grunde einen A/B-Test über einen längeren Zeitraum machen. Denn jeder Shop ist anders. Fragt man Anbieter wie Trusted Shops, so werden diese auf Veröffentlichungen in ihrer Kundenzeitschrift verweisen, wo von Tests die Rede ist, bei denen 12,5% Umsatzzuwächse durch ein Gütesiegel erreicht worden sind. Bei meinen bisher durchgeführten Langzeittests kam wesentlich weniger Umsatzplus heraus. 0% und 1,98% um konkret zu sein – nachzulesen unter:

http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html und

http://www.lammenett.de/onlinemarketing/shop-guetesiegel-a-b-test.html

Unter bestimmten Konstellationen kann eine geringe Umsatzsteigerung aber natürlich auch den Invest in das Gütesiegel rechtfertigen. Um den Break Even Point, also den Punkt ab dem sich das Siegel unter den jeweils individuellen Bedingungen des Shops rechnet, zu ermitteln, habe ich ein Rechenmodell entwickelt, welches ich hier präsentiere.

Wann rechnet sich ein Gütesiegel?

Die zweite Frage „Rechnet sich das Siegel bzw. ab welchem Umsatzzuwachs rechnet sich das Siegel?“ ist schwieriger zu beantworten. In diesem Zusammenhang sind zunächst mehrere Aspekte zu beleuchten:

1. Was kostet das Gütesiegel? Bzw. was darf das Gütesiegel kosten, um schlussendlich die Rentabilität im Shop zu erhöhen?

2. Bringt das Gütesiegel tatsächlich mehr Umsatz? Wenn ja, wie viel mehr Umsatz?

3. Wie hoch ist der Gewinn, der aus diesem Mehrumsatz resultiert?

4. In welcher Relation stehen die Kosten für das Gütesiegel bzw. für die Implementierung des Gütesiegels zum zusätzlich erzielten Gewinn? Um diese Fragen beantworten zu können habe ich ein Modell in Form einer What-If-Analyse erstellt. Das Modell habe ich in einer Exceltabelle abgebildet in die man alle relevanten Zahlen eingeben kann. Mit Zahlen, die nicht bekannt sind, kann man „spielen“. Auf diese Weise kann in einer Art „What-If-Analyse“ ermittelt werden, unter welchen Bedingungen/Annahmen die Investition in ein Gütesiegel wirtschaftlich sinnvoll ist. Das Modell biete ich hier gerne zum kostenlosen Download an. Oder sagen wir einmal fast kostenlos – denn ein Facebook-Share oder ein Tweet sollte schon drin sein. Welche Kennzahlen werden benötigt und wie können Sie diese erhalten?

1. Laufende Kosten für das Gütesiegel

Zum einen benötigen Sie die laufenden Kosten für das Gütesiegel. Diese sind in der Regel auf der Preisliste des jeweiligen Anbieters ablesbar. Häufig stehen diese Kosten in einem Verhältnis zum Umsatz, der im Shop realisiert wird.

2. Implementierungskosten

Die Implementierung eines Gütesiegels bedeutet in der Regel einen nennenswerten Einmalaufwand. Dieser Aufwand bezieht sich nicht nur auf die rein technische Implementierung des Siegels auf der Shop-Seite, sondern auch auf die inhaltliche Implementierung. In den meisten Fällen müssen im Rahmen der Erlangung des Gütesiegels zahlreiche Veränderungen am Shop durchgeführt werden, die sowohl die Texte (AGB, Widerrufsbelehrung, Zahlungsbedingungen etc.) als auch die Darstellung der Preise, der ausgewiesenen Steuern und/oder Versandkosten oder die Bezeichnung der Schaltknöpfe betreffen. Nicht selten gehen zwei bis drei Tage ins Land, die schlussendlich auch bezahlt werden müssen. Da Onlineshops in den meisten Fällen nicht vom Unternehmen selbst sondern von deren Agenturen betreut werden, würde ich für diese Position einen agenturüblichen Tagessatz von 800,00 € ansetzen. Diese 2400 € sind in meinem Modell entsprechend voreingetragen. Sie können aber selbstverständlich im Sinne einer What-If-Analyse abgeändert werden. Diese Implementierungskosten sind ein Einmalbetrag und sollten daher auf die Anzahl der Monate verteilt werden, die Sie gedenken mit Ihrem Online-Shop zu arbeiten. In der Regel wird ein Online-Shop, ähnlich wie eine Website, alle 3-4 Jahre neu erstellt (Redesign). Daher empfiehlt sich die Verteilung dieser Kosten auf 36 bis 48 Monate.

3. Mehrumsatz

Um den evtl. Mehrumsatz zu ermitteln, den Sie durch die Implementierung eines Gütesiegels erreichen können, müssen Sie im Grunde genommen einen A/B-Test durchführen. Hierbei empfiehlt es sich sehr, diesen A/B-Test über einen längeren Zeitraum – mindestens ein halbes Jahr – durchzuführen. Ich habe in Bezug auf A/B-Tests im Zusammenhang mit einem Trusted Shops Siegel bisher zwei Langzeittests durchgeführt mit unterschiedlichem Ergebnis. Die Ergebnisse meines Langzeittests aus dem Jahr 2008 können Sie hier ablesen: http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html Die Ergebnisse meines im Jahr 2014 durchgeführten Langzeittests finden Sie http://www.lammenett.de/onlinemarketing/shop-guetesiegel-a-b-test.html Die Durchführung eines A/B-Tests ist unter Verwendung von Google Analytics heute relativ einfach. Beim A/B-Test selbst wird beim ersten Besuch einer Person im Online-Shop ein Cookie gesetzt. Nach einem Zufallsprinzip wird dabei entschieden, ob dieser Besucher eine Version mit – oder eine Version ohne Gütesiegel zu sehen bekommt. Anhand des Cookies wird dann bei Folgebesuchen immer eine korrekte Zuordnung vorgenommen. Das bedeutet, der Besucher erhält entweder immer eine Version mit Gütesiegel oder immer eine Version ohne Gütesiegel. Auf diese Weise kann bei einem Langzeittest der Erfolg oder Misserfolg eines Gütesiegels nachgewiesen werden. Selbstverständlich setzt diese Methode eine hinreichende Anzahl von Daten voraus. D. h., dass genügend Besuche und Käufer vorhanden sein müssen, um statistisch valide Ergebnisse erreichen zu können. Die Durchführung eines A/B-Tests bedeutet natürlich auch Aufwand – und es bedeutet, dass Sie bereits ein Gütesiegel haben müssen. Sollten Sie also ein Shop-Betreiber sein, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Gütesiegel zu implementieren, so bringt Sie der A/B-Test an der Stelle nicht weiter. Was Sie jedoch weiterbringt ist die oben erwähnte Excel-Tabelle, die modellhaft ermittelt, ob bzw. ab welchem Umsatzplus die Implementierung eines Gütesiegels rentabel ist. Sie können mit der Tabelle spielen und Ihre bekannten Werte eintragen. Auf diese Weise können Sie ermitteln, welches Umsatzplus Sie mindestens erwirtschaften müssten, um einen wirtschaftlich messbaren Vorteil durch die Implementierung des Gütesiegels zu erlangen. Betreiben Sie bereits einen Online-Shop mit Gütesiegel und haben Zweifel an der Wirtschaftlichkeit dieses Gütesiegels, so können Sie natürlich mit einem A/B-Test Klarheit über Sinn oder Unsinn dieser Investition schaffen.

4. Umsatzrentabilität

Am Ende des Tages müssen die Kosten für das Gütesiegel nicht durch den Umsatz sondern durch den daraus resultierenden Gewinn finanziert werden. Sie müssen also wissen, wie rentabel der erwirtschaftete Mehrumsatz ist. Erwirtschaften Sie im Durchschnitt 100.000,00 € und kaufen Sie Ihre Ware mit einer Handelsspanne von 50 % ein, so entspricht dieses noch nicht Ihrer Umsatzrentabilität. Sie müssen zunächst die weiteren Kosten – gleichgültig ob variabel oder fix – abziehen und den übrig gebliebenen Betrag mit dem Mehrumsatz in Relation setzen. Ein Beispiel: Sie kaufen zu 100 Euro ein und verkaufen zu 150 Euro. Ihre Handelsspanne beträgt also 50 Euro – in dem Fall 50%. Sie haben aber noch anteilige Telefonkosten von 2 Euro, Lagerhaltungskosten von 15 Euro, Personalkosten von 20 Euro und Logistikkosten von 3 Euro zu berücksichtigen. Ziehen Sie diese von Ihrer Handelsspanne ab, so bleibt ein Gewinn von 10 Euro. Ihre Umsatzrentabilität beträgt dann 10/100=10%. Hat man diese zahlen, so kann folgendes Modell erstellt werden:

Einen Screencast in dem das Modell erläutert wird können Sie hier abrufen: http://youtu.be/uBXjbIiAJmo

Ich möchte Ihnen unbedingt empfehlen, sich diesen Screencast bis zum Ende anzusehen.

Die Exceltabelle mit dem Modell wird hier zum Download angeboten:

http://www.lammenett.de/wp-content/uploads/2014/12/Analyse-Kosten-Nutzen-Guetesiegel.xls

Online-Shop-Guetesiegel-Kosten-Nutzen

Online-Shop-Guetesiegel-Kosten-Nutzen. Break-Even Analyse für Einsatz Gütesiegel.

 

 

 

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Trusted Shops Siegel ein Reinfall II – Zertifizierung hat nicht den erhofften Effekt gebracht

Weiterlesen

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Im Test: Trusted Shops Gütesiegel

Was bringt ein Gütesiegel wirklich? Langzeituntersuchung mit A/B-Test bringt Licht ins Dunkel. Viele Betreiber von Online-Shops fragen sich, ob die Integration eines Gütesiegels in ihren Online-Shop tatsächlich einen wirtschaftlichen Nutzen bringt, oder ob der einzige wirtschaftliche Nutzen, der bei der Integration entsteht, auf Seiten des Anbieters des Gütesiegels liegt. Auf der einen Seite stehen die Anbieter der Gütesiegel, die u. a. damit werben, dass durch die Integration des Gütesiegels mehr Vertrauen in den Online-Shop entsteht und damit ein höherer Umsatz erreicht wird. Auf der anderen Seite gibt es die Fraktion der Zweifler, die vom Grundsatz her der Auffassung sind, dass an den Gütesiegeln nur die Anbieter verdienen, weil nämlich die Siegel keinerlei Relevanz für den Umsatz in einem gut gemachten Online-Shop haben.

————Exkurs

Wann rechnet sich ein Gütesiegel? Lohnt sich die Investition? Um dies Fragen beantworten zu können habe ich ein Modell in Form einer What-If-Analyse erstellt. Das Modell habe ich in einer Exceltabelle abgebildet in die man alle relevanten Zahlen eingegeben kann. Mit Zahlen, die nicht bekannt sind kann man „spielen“. Auf diese Weise kann in einer Art „What-If-Analyse“ ermittelt werden, unter welchen Bedingungen/Annahmen die Investition in ein Gütesiegel wirtschaftlich sinnvoll ist. Das Modell biete ich hier gerne zum kostenlosen Download an. Oder sagen wir einmal fast kostenlos – denn ein Facebook-Share oder ein Tweet sollte schon drin sein :). Hier geht es zum Artikel und zum Download des Modells.

————Exkurs Ende

So wirbt beispielsweise Trusted Shops an erster Stelle mit dem „mehr Umsatz“ wie der folgender Screenshot der Homepage vom 07.11.2014 belegt.

Trusted Shops Versprechen auf Homepag 7.11.2014

Trusted Shops Versprechen- Quelle: Homepage 7.11.2014

 

Wie so häufig, wenn zwei kontroverse Meinungen aufeinander stoßen, liegt die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte. Es gibt Shops, für die rechnet sich ein Siegel – auch in wirtschaftlichem Sinne -, und es gibt Shops, für die sich die Kosten und der Aufwand zur Erlangung des Gütesiegels nicht rechnen. Für einen meiner Kunden habe ich jüngst die Frage beantworten müssen: Macht die Implementierung eines Gütesiegels aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten Sinn? Hierzu habe ich einen A/B Test über eine fast sechsmonatige Testphase durchgeführt.

 

Der A/B Test

Vom 16.03.2014 bis zum 31.08.2014 wurde für einen Modeshop aus dem Segment Street- und Sportsware ein A/B Test durchgeführt. Eingesetzt wurde die A/B Test Funktionalität von Google Analytics. Getestet wurde das Trusted Shops Siegel. Den verwendeten Code (anonymisiert) habe ich am Ende dieses Artikels bereitgestellt. Der Code sorgt dafür, dass bei 50% der Besucher eine Shopversion mit Siegel angezeigt wird, und bei den anderen 50% kein Siegel angezeigt wird.

Im Testzeitraum haben insgesamt etwas über 100.000 Sitzungen stattgefunden. Die Version mit Siegel wurde in 49,87% alle Fälle ausgeliefert, die Version ohne Siegel in 50,13%.

Die Absprungrate lag bei der Version ohne Siegel bei 12,47%, bei der Version mit Siegel bei 12,24%.

Die E-Commerce Conversion-Rate lag bei der Version ohne Siegel bei 4,02%, bei der Version mit Siegel bei 4,23%.

Die Variante mit Siegel erbrachte einen Mehrumsatz von 1,98%.

Die Version ohne Siegel kam auf 2172 Käufe, die mit Siegel auf 2271. Allerdings lag der durchschnittliche Bestellwert bei der Version mit Siegel um € 3 niedriger.

Die statistische Relevanz bzw. Signifikanz des Ergebnisses lag bei 90%. D.h. mit 90%iger Sicherheit ist das Ergebnis kein Zufall. Ermittelt habe ich die statistische Signifikanz mit diesen beiden Tools:

http://tools.seobook.com/ppc-tools/calculators/split-test.html

http://www.usereffect.com/split-test-calculator

 

Fazit

Das wichtigste vorweg: Der Kunde hat sich nach Durchführung des AB-Tests für das Gütesiegel entschieden, obwohl das Umsatzplus bei „nur“ 1,98% lag. Wer glaubt, aufgrund des Gütesiegels plötzlich Umsatzsteigerungen von 10% oder mehr erreichen zu können, der könnte arg enttäuscht werden. Ich habe keine Kenntnis von derartigen Umsatzzuwächsen aufgrund eines Gütesiegels. Bei meinem A/B-Test aus dem Jahr 2008 ( siehe http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html ) war es so, dass das Siegel keine Umsatzsteigerung brachte. Allerdings findet man auf den Referenzseiten von Trusted Shops auch höhere Angaben. Bei der Referenz O2 sind beispielsweise +5% genannt. In einem jüngeren Mitgliedermagazin von Trusted Shops war von einem A/B Test der Firma Berdes zu lesen, bei dem sogar 12,5% Umsatzsteigerung erreicht wurden. Details zu diesen Tests liegen mir allerdings nicht vor.

Unter bestimmten Konstellationen kann eine Umsatzsteigerung von unter 2% aber natürlich auch den Invest in ein Gütesiegel rechtfertigen. Um den Break Even Point, also den Punkt ab dem sich das Siegel unter den jeweils individuellen Bedingungen des Shops rechnet, zu ermitteln, habe ich ein Modell entwickelt, welches ich in Kürze in einem separaten Blogbeitrag veröffentlichen werde.

Neben der möglichen Steigerung des Umsatzes durch die Implementierung eines Gütesiegels hat dieses natürlich auch positive Nebeneffekte die wiederum positive wirtschaftliche Nebeneffekte haben – auch wenn diese Teilweise nicht mit Sicherheit nachweisbar sind. Ein Beispiel sind die Bewertungen.

Die Bewertungen werden von den Anbietern der Gütesiegel an Google übergeben. Dadurch erscheinen bei den AdWords des Shopbetreibers die Bewertungssterne (siehe Beispielgrafik unten). Durch diese Sterne sind die AdWords-Anzeigen auffälliger und werden in der Regel häufiger geklickt – so die Theorie. Die verbesserte Klickrate wirkt sich positiv auf den Klickpreis aus. An dieser Stelle entstünde also ebenfalls ein wirtschaftlicher Vorteil. Einen eindeutigen Nachweis konnte ich im Rahmen meines A/B Tests nicht erbringen; doch erscheint die Systematik plausibel.

Auch in den organischen Listings erscheinen die Sterne. Allerdings werden diese hier über die sogenannten Rich Snippets herbeigeführt. Hierzu muss der Händler die Daten auf seiner Website entsprechend aufbereiten lassen. Auch hier führen die Sterne in der Regel zu einer verbesserten Wahrnehmung und damit zu mehr Besuchern. Im Laufe meines A/B Tests stieg die Anzahl der Besucher, die über organische Listings zum Shop kamen, um 10% an. Ob ein kausaler Zusammenhang zu den Bewertungssternen besteht, konnte jedoch nicht eindeutig festgestellt werden, da im gleichen Zeitraum auch andere Maßnahmen durchgeführt wurden, die sich positiv auf das Ranking des Shops bei google.de auswirkten. Ferner werden natürlich längst nicht alle Links im organischen Listing mit Rich-Snippet-Sternen angezeigt.

Die Folgende Grafik zeigt ein Beispiel für diese Sterne:sterne-auf-serp

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist eine erhöhte Rechtssicherheit. Das Siegel darf im Normalfall erst dann genutzt werden, wenn der Shop von den Juristen des Anbieters geprüft wurde. Diese Prüfung bezieht sich im Schwerpunkt auf die Einhaltung von geltenden Gesetzen. Im Zeitalter von Abmahnwahnsinn sicherlich ein guter Nebeneffekt.

 

Gütesiegel bringen es nicht?

Ich habe vor längerer Zeit ja einen sehr umfassenden Langzeittest durchgeführt http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html und festgestellt, dass das verwendete Trusted Shops Gütesiegel keinen positiven Effekt hatte in meinem Test.

Heute lese ich einen interessanten Artikel, der auf eine Umfrage basiert und dessen Ergebniss wohl noch krasser ist…

http://blog.budoten.com/budoten-entscheidet-sich-fur-die-kunden-und-damit-gegen-trusted-shops

Trusted Shops Gütesiegel ein Reinfall

Etwas mehr als ein Jahr habe ich nun das Trusted Shops Gütesiegel auf meinem Shop www.az61.de getestet. Was hat es gebracht? Die Antwort ist ernüchternd: Nichts. Bei meinem Shop war das Trusted Shops Gütesiegel ein Reinfall.

Ich hatte mich immer schon gefragt, was dran ist an der Siegel-Magie. Eines der Haupt-Verkaufsargumente der Anbieter von Gütesiegeln ist ja, dass mit einem Gütesiegel die Umsatzzahlen steigen. Die Kosten für das Gütesiegel, so die Anbieter, würden sich daher schnell amortisieren. Das klingt logisch und eigentlich recht gut. Ob es stimmt, wollte ich genau wissen und habe in einem einjährigen Dauertest einen Vergleich angestellt. Details zu diesem Langzeit-Test werden ich in Kürze hier und an anderer Stelle veröffentlichen.

(Update: hier nun der Artikel – http://www.lammenett.de/onlinemarketing/trusted-shops-siegel-ein-reinfall.html)