An die Ewiggestrigen – Marketing in Zahlen

Was ich schon 1000 mal gesagt und geschrieben habe: Marketing wird digital. Bitte aufwachen.

■ Die Welt wird immer digitaler. Marketing ist ganz besonders von der sogenannten digitalen Transformation betroffen. Schon in der ersten Auflage meines Buches im Jahr 2006 habe ich von einer Verlagerung der Marketing-Budgets in den digitalen Raum geschrieben. In den sechs Folgeauflagen habe ich immer wieder die Wachstumsraten einzelner Online-Marketing-Disziplinen als Beleg aufgeführt. Heute, 14 Jahre später, sind viele Budgets in den digitalen Raum gewandert. Konventionelle Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und klassische TV haben die Zeche gezahlt und tun es noch. Beispielsweise hat sich die Auflage der Tageszeitungen von 2010 bis 2019 halbiert. Im gleichen Zeitraum ist die Nutzung des Internets, gemessen in Minuten pro Tag, um Faktor 3 gestiegen (von 77 auf über 200). Hieran hat sicherlich auch die starke Entwicklung im mobilen Internet einen großen Anteil. Die Anzahl der in Deutschland genutzten Smartphones hat sich nämlich in diesem Zeitraum verzehnfacht (Faktor 10). Die Anzahl der Uploads die im Durchschnitt bei YouTube pro Minute hochgeladen werden hat sich um den Faktor 61 erhöht. Die Anzahl der Nutzer von Instagram stieg von 100 Millionen in 2011 auf knapp 900 Millionen (Faktor 9). Die von Facebook haben sich um den Faktor 4,5 erhöht. Facebook war aber lange vor Instagram am Markt und hatte vor 2010 auch schon ordentliche Zuwächse.
Dies sind nur wenige Zahlen die erkennen lassen, wie stark sich Online-Marketing entwickelt hat. Zahlen dieser Art könnte ich Seitenweise anführen. Alleine die Erfolgsgeschichte von Google und Facebook bieten Stoff für ein Buch. Beispielsweise lag der Aktienkurs von Google 2010 bei rund 150 Euro. Nur 10 Jahre später liegt er deutlich über 1000 Euro. Ich glaube aber, dass die Kernbotschaft auch ohne weitere Zahlenbelege ankommt.

Veränderung um Faktor
(als Ausdruck für die <
Entwicklung von 2010-2019)
Auflage Tageszeitungen0,5
Nutzung Internet in Minuten pro Tag3
Anzahl Smartphones10
Anzahl auf YouTube pro Minute hochgeladene Videos61
Nutzer Instagram9
Nutzer Facebook4,5
Aktienkurs Google6,6

■ Wenn der Medienkonsum sich aufgrund technologischer Entwicklungen verändert, beispielweise durch leistungsfähige Smartphones, günstige Flatrates für Mobiltelefonie, günstige Breitbandverbindungen für Videostreaming, u. dgl., dann kann das Marketing das nicht ignorieren sondern muss sich anpassen. Marketing muss seine Aktivitäten dort entfalten, wo die Zielgruppe ist. Wenn die Zielgruppe kein klassisches TV mehr schaut oder keine Tageszeitungen mehr liest, dann macht ein Engagement in diesen Medien keinen Sinn. Gutes Marketing ist dort, wo die Zielgruppe ist. Obwohl die Zahlenlage klar ist und die Tendenz seit Jahren absehbar ist, gibt es heute aber immer noch genügend Marketeers, die die Zeichen der Zeit beharrlich ignorieren. Das ist ein Fehler der sich bereits mittelfristig rächen wird.

■ Online-Marketing war immer schon schnelllebig, im Vergleich zu konventionellem Marketing. Aber die Entwicklungs- und Änderungszyklen der letzten fünf Jahre sind für mich als Autor geradezu frustrierend. Die Änderungen und Entwicklungen kommen so schnell, dass es kaum noch machbar ist, den Überblick zu behalten und Grundlagen in einem Buch zu erfassen. Das ist übrigens ein Grund, weshalb ich ab der achten Auflage meines Buches „Praxiswissen Online-Marketing“ auch Beiträge von Gastautoren veröffentlichen werde. Beispiele für starke neue Themen, die in nur zwei Jahren zu einem Hype geworden sind, sind Influencer-Marketing und Podcast-Marketing. Ein Beispiel für eine gravierende Änderung, die voraussichtlich starken Einfluss auf die Online-Marketing-Disziplin „Affiliate-Marketing“ haben wird, ist die Klarstellung des Europäische Gerichtshof im Urteil EuGH C-40/17, bei der es um die Einwilligungspflicht bei der Verwendung von Cookies auf Webseiten geht. Denn ohne Cookies wird es kein Affiliate-Marketing mehr geben. Wer heute gutes und profitables Online-Marketing machen möchte, muss sich ständig weiterbilden. Konzeptionen die noch vor zwei Jahren erfolgreich waren, können heute schon floppen. Diese Entwicklung kann ich aus meiner praktischen Arbeit für viele Kunden klar und deutlich ableiten.

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